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Unser Bauchnabel als Opfer

Der Bauchnabel in den MedienBeitrag geschrieben von Freyja aus dem Forum -

Was ich nicht verstehen kann:
Unser Bauchnabel als Opfer, für dessen Ansichten die auf ihm lasten
Schönes Körperteil am Bauch, Mal unserer Geburt und einstiger Verbundenheit mit der Mutter. Er wird gepierct, verziert und geschmückt, im Sommer gerne öffentlich unterm kurzen Top gezeigt. Ein Blickfang. Auch ein erotisches Körperteil. Sekt oder Erdbeeren aus dem Bauchnabel. Wer kennt das nicht? Wer mag das nicht?
Gerne gesehen und schön in Szene gesetzt beim Bauchtanz.


Lustig, wenn man mal aus Blödelei etwas hineinsteckt. In den Medien gerne gezeigt, sei es als Hingucker oder für kuriose Dinge wie das Öffnen der Bierflasche mit dem Bauchnabel, wie in einer Werbung oder auch im Zeichentrick.
Aus Spaß gerne mit einer Zeichnung auf dem Bauch versehen, die den Bauch zum Gesicht macht und den Nabel zur Nase oder zum Mund: der singende, pfeifende Bauchnabel.
Die Freunde, die mal "Pieks" machen und genau den Nabel treffen.
Bestandteil in Humor und Witzen.
Er wird benutzt als Metapher für Wichtiges wie beispielsweise "Nabel der Welt" und als Redensart, wie "Nabelschau machen" oder "jemand dreht sich um seinen eigenen Nabel". Ein Zentrum.
Ein Körperteil, das nach der Geburt seine Funktion verloren hat und nur noch "einfach da" ist und hübsch aussieht.
Ein ganz normales Körperteil also, nichts unanständiges.
Möchte man meinen.

Nun gibt es Leute, die sind am Nabel so empfindlich, daß man nicht mal "Pieks" machen kann, weil ihnen das unangenehm ist oder ihnen sogar gleich übel wird. Andere, die könnten sich so fest wie möglich in den Nabel kneifen und spüren überhaupt nichts. Und wieder andere sind am Nabel sensibel und mögen die Berührung.
Es gibt Leute, die sehen sich gerne hübsche Füße an. Andere mögen gerne lange Haare sehen, an Männern wie an Frauen. Und es gibt Leute, die sehen gerne hübsche Nabel in ihren unendlich verschiedenen Formen und Varianten.

Soviel dazu. Doch stellt sich die Frage, wieso auf letztere gerne mit dem Finger gezeigt wird und der Nabelliebhaber verpönt ist.
Diese Frage ist vor allem an all jene gerichtet, die uns mit Argwohn begegnen oder gerne als verrückt abstempeln.

Wenn jemand sagt "Zeig mal deine Muskeln!" oder "Zeig mal dein Sixpack!", wird gezeigt, was man hat. Heißt es "Zeig mal dein Piercing!", dann wird bereitwillig das Top gelüpft. Wenn einer sagt "Zeig mal Deinen Nabel!", wird er gleich schräg angesehen und als Perversling hingestellt.
Sagt man "Hübsches Piercing!", wird der Besitzer desselbigen stolz und bedankt sich freudig. Heißt es "Hübscher Nabel!", sind diejenigen erstmal irritiert und denken, da spinnt einer.
Steckt man sich aus Blödsinn oder Langeweile auf einer Party etwas in den Nabel oder versucht, damit eine Bierflasche zu öffnen, ist das lustig oder toll. Steckt man sich jenseits von Langeweile und Trunkenheit etwas in den Nabel, weil es einem einfach gefällt, ist man ein Sonderling.
Entdeckt das Kind seinen Nabel und bohrt mit dem Finger rein, lächeln die Großen und sagen "Süß.". Aber macht das ein Erwachsener, hebt das Hemd und bohrt sich in den Nabel, sind die Blicke der anderen mehr als aussagekräftig.
Wo ist denn da die Grenze?

Nein, Nabelliebhaber sind nicht pervers. Aber dennoch werden sie in der Gesellschaft als solches angesehen und finden wenig Verständnis.

Oder werden vielleicht sogar ausgelacht. Weil sie sich mit etwas Überflüssigem beschäftigen, etwas, das unwichtig und inzwischen ohne Sinn ist? Fragt mal Bierdeckel- oder andere Sammler. Was ist schon wirklich überflüssig? Zählt nicht alles, was Spaß macht? Anscheinend nicht, denn das eine ist für die Menschen offenbar schwerer erträglich als das andere.
Über wirkliche Abartigkeiten muss man sich gar nicht unterhalten, das dürfte jedem klar sein und was Ethik und Gesetz verbietet, sowieso.
Aber, hey, es geht hier nur um den Nabel!

Immerhin scheint er wichtig genug zu sein, daß er hübsch sein müsste, denn sonst würden einige ihren Nabel nicht verstecken mit dem Kommentar "Ne, der ist nich schön."

Was also ist so schlimm am Nabel?

Beschäftigt man sich mit Händen und betrachtet gerne schöne Hände, dann hat da jeder gleich Verständnis für. Beim Nabel aber weniger.
Trägt man ein Piercing, ist man cool. Mag und beschäftigt man sich mit diesem gepiercten Körperteil, gilt man gleich als abartig. Wo ist der Unterschied zwischen einer schönen Hand und einem schönen Nabel? Wo der eines Piercings und der des Körperteils selber?

Hören die Menschen, daß einer auf SM steht und sich Wachs über den Körper schüttet und sich den Hintern auspeitschen lässt, sagen sie "Hab ich schon mal gehört." und obwohl einige verstohlen grinsen, etwas damit anfangen können oder es sogar selbst mal probieren würden, zucken andere mit dem Achseln und sagen sich "Wers mag." Ist ja inzwischen auch nichts großes mehr dabei, das zuzugeben.
Hören sie aber, man schüttet sich Wachs in den Nabel oder mag die Schmerzen nicht am Hinterteil, sondern im Nabel, kriegt man gleich den Vogel gezeigt und es heißt "Ab in die Klappse."
Nun ist es durchaus verständlich, daß die meisten Menschen mit den Extremformen der menschlichen Lust nicht so viel anfangen können und die Freude am Unterwerfen oder die Lust am Schmerz nicht für jeden nachvollziehbar ist und mit einem "Eh, niemals. Versteh ich nicht." quittiert werden. - Wobei beide Lustarten als gleichwertig angesehen werden sollten, der Schmerz im Nabel ist nun wirklich nicht abartiger als der Schmerz an Po und Brustwarze.
Was aber ist daran, den Nabel an sich einfach als besonderes Körperteil zu mögen und mal einen genaueren Blick darauf zu werfen?
Wir gucken gerne hin. Schließlich zeigen wir ja auch. Aber das zu gestehen, kommt einem Outing als Widerling gleich.
Es gibt so einige Menschen, die schon mal festgestellt haben, daß es sich lustig oder nett anfühlt, wenn man sich in den Nabel drückt. Aber zugeben würden sie das niemals. Doch warum? Was ist denn schon daran?

Wieso hat der Mensch ein so ambivalentes Verhältnis zu einem seiner schönsten Körperteile? Denken die Mädels gleich, daß der jenige, der sie nach dem Nabel fragt, ihr gleich an die Wäsche will? Ist der Nabel in der Öffentlichkeit denn so selten erwähnt und beachtet, daß es etwas unanständiges ist und man sich schämen sollte, es auch nur auszusprechen, daß man es verstecken muss? Wohl kaum, eher das Gegenteil.

Jeder beschäftigt sich mal mit dem Bauchnabel, aber eher im Vorübergehen, bloß nicht wirklich ernst nehmen. Und wenn man das täte und dann erst zugäbe, scheint das so was wie eine Krankheit für viele zu sein.
Die Welt ist verrückt nach seinem "Zentrum", nach dem Nabel. Als echter Nabelfetischist allerdings gilt man oft als "Aussätziger".

Es ist diese unterschiedliche Betrachtungsweise des Nabels, die mir merkwürdig vorkommt und die eigentlich nicht zu verstehen ist. Es sind die Reaktionen auf die Liebhaber des Nabels, wo sich die Frage stellt "warum eigentlich?" und "muss ich mich dafür schämen?" Warum gerade dieses eine Körperteil?

Trauriges Fazit:
Wage es nicht, zu genau hinzusehen oder den Nabel ernsthaft zu erwähnen. Wage es auch nicht, ihn mit dem Schmuck zu verwechseln, das Piercing IST ja schließlich der Nabel, oder Mädels?
Gib niemals zu, daß dich dieses Körperteil fasziniert, daß du ihn gerne siehst und dich damit beschäftigst. Gestehe niemals, daß du dir genauso gerne hinfasst, wie du deinen Nacken massierst, um dich wohl zu fühlen und niemals, daß es dich vielleicht sogar anmacht, wenn der Nabel berührt wird, genauso wie Schenkel oder Brust. Verstecke ihn und deine Leidenschaft für ihn, stehe nicht dazu, daß er für dich mehr ist, als nur ein Werbemittel für linksdrehenden Joghurt.

Das intensivere Mögen und genauere Beschäftigen mit dem Nabel ist beinah so etwas wie ein Tabu, etwas peinliches.
Und das in einer Gesellschaft, in der auf jedem Plakat oder fast überall im Fernsehen blanke Busen zu sehen sind und "sex sells". Denkt mal drüber nach!

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